Jugendweihe & Wissenschaftlicher Materialismus

Am langen Pfingstwochenende war ich zu einer Jugendweihe eingeladen. Zu meiner ersten Jugendweihe. Die gab es nicht nur in der DDR. Entstanden aus der Arbeiterbewegung – damals als Gegenveranstaltung zur Konfirmation (oder Kommunion) – um Jugendlichen aus Familien, die mit einer Religion nichts zu tun haben wollten, einen Übergang ins Erwachsenenleben festlich zu gestalten. In der heutigen Festschrift werden diese Familien als „religionsfrei“ bezeichnet. Soweit so gut! Jeder Mensch darf entscheiden, ob mit oder ohne Religion. Die Jugendweihe bezieht sich dabei auf den wissenschaftlichen Materialismus.

Bewusstsein nur durch Materie?

Der Materialismus geht davon aus, dass alles was in der Welt passiert, auf Materie zurückführt werden kann. Das soll sogar für Gedanken und Gefühle oder das Bewusstsein gelten. Gott hat da gar keinen Platz. Oder doch?  Er wird nicht genannt und wo doch, wird er verneint. Wissenschaft erscheint mir manchmal merkwürdig.

In der Literatur gilt als Gegenbegriff zum Materialismus der Idealismus, was mich nun doch sehr überrascht. Arbeiterbewegung ohne Idealismus? Erwachsen werden ohne Ideale? Der Umkehrschluss ist wahrscheinlich nicht zulässig.

Genug Gedankenspiel – Die Feier war großartig

Die Jugendlichen haben in den unterschiedlichen Gruppen sehr interessante Themen behandelt und viele Fragen gestellt. Sehr beeindruckt haben mich zwei Mädchen, die jeweils eine Rede gehalten haben. Das hätten gestandene Erwachsene nicht besser machen können. Auf jeden Fall wurde das gesellschaftliche und politische Bewusstsein deutlich, das bei Jugendlichen, die zur Jugendweihe gehen, sehr gut ausgeprägt ist. Das befördern die Kurse der Jugendweihe sehr gut.

Und dann ist da noch Gott

Übrigens besteht auch die Vorbereitung zur Konfirmation aus vielen interessanten Themen, es werden viele Fragen gestellt und Erlebnisse geteilt. Und dann gibt es da eben noch Gott! Ohne den geht sowieso gar nichts! Materie hin oder her.