Ich teile mit dir

Eine moderne Interpretation eines der Werke der Barmherzigkeit*

Vielleicht kennen Sie das auch aus Ihrer Kindheit? Teilen und abgeben waren eine Tugend und als Kind lernte man das Teilen. Beim Teilen musste es immer gerecht zugehen. Und als gerecht haben wir empfunden, wenn jede oder jeder ein gleich großes Stück bekam. Ein Apfel wurde in der Mitte geteilt, in zwei gleichgroße Hälften. Das ist das Teilen auf sehr persönlicher Ebene.

Ist das alles zum Thema „Ich teile mit dir“? Teilen ist doch viel mehr!

Ich teile gerne alles mögliche, wenn es zum Gelingen einer Sache beiträgt. Also nicht 50:50, nicht fifty-fifty um jeden Preis, sondern so, wie es richtig ist. Wenn ich zu einer Sache mehr beitragen kann als andere, dann teilen wir alle. Je nach Möglichkeit und je nach Bedarf.

Ich muss nochmal an den Apfel denken: Der ist nach dem Teilen nicht mehr ganz. Heutzutage gibt es Dinge, die bleiben aber ganz und werden sogar mehr.

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Wie geht Beziehung?

Gottesbeziehung und Verkündigung in diesen Zeiten

Die Diskussionen, ob die Kirchen für unsere Gesellschaft systemrelevant sind oder nicht, haben doch einige in der Kirche erschreckt. Kirche scheint für das Funktionieren unserer Gesellschaft nicht mehr von Bedeutung zu sein. Das ist schon sehr lange so. Jetzt fällt es noch mehr auf. Kirche ist Freizeit und Privatvergnügen. Wer dahin geht, ist eher Randgruppe. Kirche wird mehrheitlich nicht als Fels in der Brandung gesehen. Nice to have.

Verschwörungstheorien ersetzen manchmal die Sinnsuche. Das ist furchtbar und brutal! Auch das ist nicht neu. Hier sind die Kirchen gefordert. Menschen, die Verschwörungstheorien nachlaufen sind auf einem fehlgeleiteten Weg zur Sinnsuche. Offenbar kreuzen sich die Wege überhaupt nicht. Oft ist zu hören, dass die Kirche dazu aufruft, zu den Menschen zu gehen, meistens wird abgewartet, ob jemand den Weg zur Kirche findet. Das können wir doch besser!

Werden Gottesdienste überbewertet?

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf meine Beziehung zur Kirche? Spannende Frage.

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Corona-Zeiten

Petrus stieg aus dem Boot …

Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu. Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?

Matthäus 14, 29-31, Lutherbibel, 2017

Diese Geschichte sagt uns …

Viele Menschen haben in diesen Tagen viele Fragen und bestimmt auch Sorgen und Ängste. Aber diese Geschichte sagt uns, wir können darauf vertrauen, dass Gott weitersieht als wir und das wir nicht ohne Ihn unterwegs sind. Nicht ohne seine Hand.

Obwohl unsere Kirchen geschlossen sind, wird sichtbar, dass Menschen Gottes Nähe suchen. Es gibt plötzlich ganz andere Aktivitäten in den Gemeinden. Gemeinsames Läuten der Kirchenglocken im Kirchspiel oder Ökumenisch rufen zu einer bestimmten Stunde zum gemeinsamen Gebet.

Wir sind nicht allein.

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Bibelteilen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Bibelteilens. Es ist eine spirituelle Auseinandersetzung mit der Schrift – keine wissenschaftliche Exegese. Theologische Bildung ist dafür nicht erforderlich. Kennengelernt habe ich das Bibelteilen in meinem katholischen Umfeld in der Engagementförderung. Und ich war erstaunt, dass dieses Vorgehen zu Problemlösungen taugt und konkrete Schritte definieren kann. Hätte ich das in meinem Berufsleben bereits gekannt, wäre ich zwar für verrückt erklärt worden, hätte aber so manche Herausforderung anders lösen können. Um etwas zu lernen, ist es nie zu spät.

Selbst eingesetzt habe ich das Bibelteilen dann im Kirchengemeinderat meiner evangelisch-lutherischen Gemeinde. Das war das Ergebnis einer Klausurtagung, die als Schwerpunktthema die „geistliche Leitung der Gemeinde“ zum Thema hatte.

Es gibt verschiedene Methoden des Bibelteilens. Ich habe mich für die klassische Variante des Bibelteilens in sieben Schritten entschieden. Sie ist für die Anleitung und für die (unerfahrenen) Teilnehmenden, die leichteste Auseinandersetzung.

Übrigens soll das Bibelteilen etwa drei- bis viermal im Jahr fester Bestandteil der Kirchengemeinderatssitzungen werden.

Bibelteilen in sieben Schritten

Überblick über die sieben Teile. Anleitung. So gehts.

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Tradition – oder um wen geht es?

Ich gestehe, dass ich eher ein traditioneller und kein moderner Christ bin. Ich besuche Gottesdienste und je traditioneller Liturgie und Ablauf sind, desto wohler fühle ich mich. Das ist der eine Teil meiner Religiosität. Ich bete aber auch frühmorgens auf Twitter mit. Eine Art Gottesdienst, der sich über mehrere Threads hinzieht. Zwischen 6 und 7 Uhr geht es meistens los. An jedem Tag. Interesse? Hier kann mitgemacht werden (Twitter-Account ist Voraussetzung): #twaudes. Digital und traditionell passen offenbar zusammen. Und „mein Kirchenhaus“ ist so wunderbar! Diese glatten und kahlen Kirchengebäude sind nicht meins.

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Greta und mein SUV

… und was das bedeutet.

Das Bild zeigt die Frontscheibe und den angeklappten Spiegel eines SUV-Autos. In der Scheibe spiegeln sich Bäume und der Himmel. Das Foto ist absichtlich überbelichtet.

Ich dachte immer, ich hätte das richtige Auto gewählt. Auf keinen Fall sollte es ein Diesel sein. Feinstaub und Fahrverbote haben mich abgehalten. Ein E-Auto kam wegen des Preises nicht in Frage. Also Benzin, kleiner Motor, großes Auto, in das bequem eingestiegen werden kann. Gute Sitzposition (mein Rücken, meine sehr alten Eltern). Ein kleiner SUV von Volkswagen. Vom Motor und dem Fahrgestell eigentlich ein Golf. Eigentlich war damit alles gut.

Mein Auto: 155 g/km CO2-Emissionen.

In Worten: Einhundertfünfundfünfzig Gramm CO2 Emissionen pro Kilometer. Ich bin schockiert. Ich bin schockiert darüber, dass ich das nicht beachtet und berücksichtigt habe. Meine E-Klasse-Geschäftswagen (Diesel) mit doppelter PS-Leistung und Hubraum hatten auch nur 165 g/km.

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katholisch. evangelisch. anders.

Vor wenigen Tagen fragte mich ein Kollege, was passieren müsste, damit ich als evangelischer Christ, Mitglied der katholischen Kirche werden würde. Ich, Katholik werden?

Wir haben uns freundlich darüber unterhalten. Und nein, ich habe keinen Forderungskatalog an die katholische Kirche ausgesprochen. Wenn ihr das oder jenes …, dann könnte ich mir vorstellen, Mitglied eurer Kirche, also der Kirche, für die ich beruflich arbeite, zu werden.

Als evangelischer Christ in der katholischen Kirche arbeiten? Ja, das geht. Wunderbar sogar! Unser Glaube verbindet uns. Sehr tief! Das ist aber ein anderes Thema.

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Osternacht

Der Gottesdienst, der am Gründonnerstag beginnt, endet in der Osternacht. Andachten am Karfreitag (zur Todesstunde und zur Grablegung) sind Bestandteil dieses Gottesdienstes.

Die Osternacht ist für mich eines der spirituellsten Ereignisse überhaupt

Ich schildere den Ablauf sehr ausführlich. Die Osternacht berührt mich immer ganz besonders und ich durfte aktiv mitwirken. Die schönste Aufgabe war die des Kerzenträgers. Und nun schließt kurz die Augen und stellt euch das bitte in der wunderschönen Kirche St. Petri und Pauli zu Bergedorf, mit dem wunderbaren Pastor Andreas Baldenius vor. So, Augen wieder öffnen und bitte weiterlesen.

Die Kirche ist dunkel und füllt sich mit Gläubigen, mindestens aber mit Besucher*innen. Es ist 23 Uhr am Karsonnabend. Die Turmuhr schlägt die Stunde. Die Feier beginnt in der dunklen Kirche ohne Glockengeläut, jedoch mit drei Paukenschlägen. Aus dem Dunkel ertönt eine Stimme. Lesung Markus-Evangelium. Danach stimmt die Gemeinde das „Kyrie“ an. Stille.

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Thomas

Gründonnerstag 2019. In St. Petri und Pauli ist Gottesdienst mit Tischabendmahl. Unser Pastor hat eigene Texte vorbereitet. Ich darf mir einen davon aussuchen. Die Namen der Jünger Petrus, Simon … Thomas. Da war die Wahl getroffen. Thomas. Natürlich. Ich überflog den Text. Dann war ich an der Reihe. Und ich war sehr betroffen. Ich konnte mich gar nicht richtig konzentrieren. Endlich konnte ich mich dem, auch von mir so missverstandenem „Ungläubigen Thomas“, ganz anders nähern. Danke Pastor, das war toll!

Der Text:

Ihr kennt mich als Thomas, den Zweifler, den „ungläubigen Thomas“. Ach, ihr habt doch keine Ahnung! 

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Gott im Alltag

Erleben wir Gott nur in der Kirche oder ist er auch jetzt, während Sie diesen Beitrag lesen, dabei? Ich spüre den Heiligen Geist immer wieder in Alltäglichem: Da ist die Rücksichtnahme eines anderen Menschen beim Einsteigen in die S-Bahn, beim Spurwechsel auf der dichtbefahrenen B5 gibt es ein dankendes Handzeichen oder das direkte Wort zum Urlaubsbeginn: „Ich wünsche dir schöne Tage und Gottes Segen“. Das erfüllt mich mit Wärme.

Ich denke natürlich nicht ununterbrochen daran. Aber immer wieder.

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Vor dem Essen ein Tischgebet

Es ist ein bisschen aus der Mode gekommen. Und das ist sehr, sehr freundlich formuliert. In meinem Leben haben Tischgebete, also kurze Gebete, bevor die bereits auf dem Tisch stehenden Speisen angerührt werden, keine große Rolle gespielt. Gebete sehr wohl, aber vor dem Essen habe ich mir die Zeit dafür nicht genommen.

Vor einigen Wochen haben wir am Arbeitsplatz zur Mittagszeit immer wieder interne und externe Gäste, mit denen wir ein Gespräch führen und dabei eine Kleinigkeit essen. Und seitdem spricht einer aus der Runde ein Tischgebet.

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Sprachnachrichten

Immer wieder bekomme ich Sprachnachrichten via WhatsApp oder als iMessage. Tja und dann bin ich im Meeting, an einer lauten Straße oder im Coffee Shop. Ich kann dort zwar schnell eine Textnachricht lesen – sogar auf meiner AppleWatch, abhören kann ich diese Nachrichten nicht. Zu laut in der Umgebung, zu unhöflich oder es dauert mir einfach zu lange.

Und dann sind schon wieder andere Nachrichten eingegangen und ich vergesse die Sprachnachricht. 

Also: Text first – please!